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Wels

Manns Stretch 25+: Tiefenschleppen, geregelt über die Schnurlänge

26. September 2026·6 Min. Lesezeit
Manns Stretch 25+, Seitenansicht
Manns Stretch 25+ — Illustrationsfoto.
MarkeManns
ModellStretch 25+
FamilieTiefschleppköder
ZielfischeWels, Zander
Größerund 20 cm
Gewichtrund 55 bis 70 g
Lauftiefe4 bis 7,5 m je nach ausgelegter Schnurlänge
Einholgeschwindigkeit3 bis 5 km/h laut GPS, konstant
Aktionschwere, langsame Rollbewegung, starker Zug, deutlicher Grundkontakt
Empfohlene Montageim Schleppfischen hinter dem Boot, Geflecht 0,30-0,40 mm, Fluorocarbon-Vorfach 0,60-0,80 mm
Farben, die laufenFiretiger und Orange im trüben Wasser, Rotauge und Barsch im klaren, Schwarz im sehr dunklen

Ein Köder, tausend Bedingungen. CarnaFish liest deinen Spot aus einem Foto, damit du nicht raten musst.

Beim Schleppfischen verliert niemand Fische, weil der Köder die falsche Farbe hatte. Man verliert sie, weil man nicht weiß, in welcher Tiefe er läuft.

Genau darin liegt die Schwierigkeit dieser Angelei: Zwischen Boot und Köder liegen vierzig Meter Schnur, eine Strömung, eine schwankende Geschwindigkeit und keinerlei Sichtkontrolle. Du kannst zwei Stunden über einem Rudel Welse schleppen, die auf sechs Metern stehen, ohne es je zu merken.

Der Stretch 25+ ist gebaut, um diese Unsicherheit zu beseitigen. Seine überdimensionierte Tauchschaufel macht ihn zu einem Köder mit enormem Zug, dessen Tiefe von einem einzigen beherrschbaren Parameter abhängt: der Schnurlänge, die du auslegst. Ist diese Beziehung einmal auf dein eigenes Gerät kalibriert, weißt du, wo dein Köder läuft, und die Angelei wird eine Frage des Echolotlesens statt des Zufalls.

Eine Schaufel, die zieht — und alles, was daraus folgt

Die eigene Schnurlänge kalibrieren

Diese Arbeit machst du einmal, und sie ist mehr wert als jede gedruckte Tabelle, weil sie von deiner Schnur, deiner Geschwindigkeit und deinem Boot abhängt.

  1. Such dir einen gleichmäßigen, bekannten Grund, zum Beispiel ein mit dem Echolot ausgemachtes Plateau auf fünf Metern.
  2. Stell deine Geschwindigkeit auf 4 km/h laut GPS ein und ändere sie während des Tests nicht mehr.
  3. Leg dreißig Meter Schnur aus, kuppel ein, schleppe zwei Minuten. Notiere, ob du Grundkontakt bekommst.
  4. Gib zehn Meter dazu und wiederhole.
  5. Mach weiter bis zum ersten deutlichen Grundkontakt. Jetzt kennst du die Schnurlänge, die dich unter diesen Bedingungen auf fünf Meter bringt.
  6. Halte diesen Bezugspunkt fest und leite die übrigen daraus ab: weniger Schnur, weniger Tiefe.
Ausgelegte Länge Ungefähre Tiefe Einsatz
20 bis 30 m 3 bis 4,5 m Plateaus, Fahrrinnenkanten
40 bis 50 m 5 bis 6,5 m Flusslöcher, Zander an der Kante
60 m und mehr 6,5 bis 7,5 m Große Welskolke

Geflecht ist Pflicht: Auf vierzig Metern dehnt sich Monofile zu stark, überträgt den Kontakt nicht und macht den Anhieb wirkungslos. Häng ein kräftiges Fluorocarbon-Vorfach von 1,5 bis 2 m an, besonders auf Wels, wegen der Abrasion an Flossenstrahlen und versunkenem Holz.

Aus der Praxis: Schleppe in einem Kolk nicht entlang der tiefsten Linie. Fahre die Kolkkante schräg ab, sodass der Köder alle zwanzig bis dreißig Sekunden einmal den Grund berührt. Diese unregelmäßigen Kontakte lösen aus, nicht das gleichmäßige Ziehen im Freiwasser.

Geschwindigkeit und das Lesen der Rutenspitze

Der nutzbare Bereich liegt zwischen 3 und 5 km/h laut GPS. Langsamer läuft der Köder nicht sauber; schneller bricht er aus und steigt auf.

Die Rutenspitze ist dein einziger Kontrollbildschirm. Sie muss gleichmäßig und ausladend schlagen. Drei Auffälligkeiten musst du erkennen:

Die Spitze versteift sich und hört auf zu schlagen. Der Köder hat Kraut oder eine Plastiktüte gefasst. Sofort einholen, du fischst sonst ins Leere.

Die Spitze vibriert unregelmäßig und schnell. Die Geschwindigkeit ist zu hoch und der Köder bricht aus. Nimm 0,5 km/h weg.

Die Spitze taucht in wiederholten Stößen ab. Du pflügst den Grund durch. Hol fünf bis zehn Meter Schnur ein, sonst hängst du gleich fest.

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Wels und Zander: zwei verschiedene Angeleien

Auf Wels ist der Stretch 25+ ein Kolkköder. Du suchst die großen Flusstiefen, die Kehrströmungen, die mit Holz verbauten Gründe. Grundkontakt und großes verdrängtes Volumen arbeiten zusammen. Die Bisse sind brutal, und der Anhieb erfolgt oft von selbst durch den Zug des Bootes: Versuch nicht, dreimal anzuschlagen, nimm einfach den Kontakt wieder auf und lass die Rute arbeiten.

Auf Zander ist der Einsatz feiner. Du zielst auf Kanten und Fahrrinnenränder zwischen vier und sechs Metern, mit eher niedriger Geschwindigkeit um 3 bis 3,5 km/h und deutlich selteneren Grundkontakten. Der Stretch bleibt dabei ein Suchköder: Er dient dazu, ein aktives Band zu lokalisieren, das du danach mit einem leichteren Köder im Wurf abfischst.

Stretch 25+, Catdiver oder Clonk Teaser

Diese drei Köder liegen gemeinsam in jeder Welsbox, aber sie machen nicht dieselbe Arbeit.

Der MadCat Catdiver ist ebenfalls ein Schleppköder mit großer Schaufel, aber vor allem für langsames Schleppen im Fluss gedacht, mit ruhigerem Laufprofil. Der Stretch 25+ zieht stärker und holt die Tiefe schneller, was ihn auf sehr großen Kolken und in tiefen Gewässern interessanter macht.

Der MadCat Clonk Teaser ist überhaupt kein Konkurrent: Er ist ein Vertikal- und Klopfköder, den du bei stehendem oder driftendem Boot einsetzt, um einen bereits georteten Fisch zu bearbeiten. Der Stretch dient dem Finden, der Clonk Teaser dem Verwerten.

Für flacheres und schnelleres Schleppen, etwa im Meer oder auf großen Seen, deckt ein Rapala X-Rap Magnum die mittlere Schicht mit einem viel lebhafteren Lauf ab.

Unser Ratgeber zum Welsangeln mit Kunstködern erklärt, wie du einen Kolk liest, bevor du ihn abschleppst. Und wenn du zu Beginn unsicher bist, wie viel Schnur du auslegen sollst, wertet CarnaFish ein Foto der Stelle aus und antwortet dir.

Das Wichtigste

FAQ

Wie tief läuft der Manns Stretch 25+?

Zwischen etwa 4 und 7,5 m, je nach ausgelegter Schnurlänge hinter dem Boot und Schleppgeschwindigkeit. Der einzige verlässliche Weg, das zu wissen, ist, die Beziehung Schnur/Tiefe über einem bekannten Grund selbst zu kalibrieren.

Welche Schleppgeschwindigkeit soll ich fahren?

Zwischen 3 und 5 km/h laut GPS, konstant. Um 3 bis 3,5 km/h für Zander, eher 4 bis 5 km/h für Wels. Darunter läuft der Köder nicht mehr; darüber bricht er aus und steigt auf.

Muss der Köder den Grund berühren?

Zeitweise ja. Ein Kontakt alle zwanzig bis dreißig Sekunden wirbelt Schlamm auf und erzeugt Schläge, die für den Wels sehr attraktiv sind. Dauerndes Durchpflügen führt dich dagegen direkt in den Hänger.

Geflecht oder Monofile beim Tiefenschleppen?

Geflecht, in 0,30 bis 0,40 mm. Auf vierzig Metern dehnt sich Monofile zu stark, überträgt den Grundkontakt nicht und macht den Anhieb weich. Häng ein Fluorocarbon-Vorfach von 0,60 bis 0,80 mm auf 1,5 bis 2 m an.

Was unterscheidet ihn von einem Klopfköder wie dem Clonk Teaser?

Sie haben verschiedene Aufgaben. Der Stretch 25+ wird geschleppt, um Strecke abzudecken und Fische zu finden; ein Klopfköder wird bei fast stehendem Boot senkrecht über einem bereits am Echolot georteten Fisch gefischt.

Kann man ihn vom Ufer werfen?

Nein, vernünftigerweise nicht. Seine Masse und vor allem sein enormer Zug machen ihn im Wurf unfischbar. Er ist ein Schleppköder, und seine Tiefe hängt von einer Schnurlänge hinter einem fahrenden Boot ab.

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